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Arthrose

Bewegung nützt und Bewegung schützt (1)

Bewegung nützt und Bewegung schützt (1)

Arthrose

Gegen die heimliche Volkskrankheit „Gelenkverschleiß“, von der vor allen Dingen ältere Menschen betroffen sind, kann man insbesondere langfristig durch bewusstes Verhalten im Alltag mit regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung sowie der Vermeidung von Übergewicht und Fehlbelastung erfolgreich vorbeugen.


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Knackt es in Ihren Gelenken? Hatten Sie schon einmal Gelenkschmerzen in der Nacht oder gar eine Entzündung einzelner Gelenke? Dies sind vielleicht erste Symptome für ein ernstzunehmendes Problem, nämlich dem langfristigen Abbau des schützenden Knorpelgewebes in unseren Gelenken. Dazu ein kurzer Ausflug in die Anatomie.

Um unsere Gelenke befindet sich eine kräftige Gelenkkapsel. Darin findet man eine starke Schleimhautschicht und dicken Knorpel als Schutzschicht auf unseren Knochen, der überhaupt erst das Gleiten der Knochen aufeinander und damit die Bewegung in unseren Gelenken ermöglicht. Die Gelenke sind sehr gut mit Nerven und Gefäßen versorgt, so dass wir auch Probleme sehr schnell zu spüren bekommen. Diese münden jedoch in der Schleimhaut des Gelenkes und können so also den Knorpel nicht direkt versorgen. Dieser ist demnach für seine Versorgung auf Bewegung angewiesen, um sich wie ein Schwamm durch eine physiologische Be- und Entlastung mit Nährstoffen voll zu saugen und wiederum Abbauprodukte auszupressen. Die Schleimhaut wiederum produziert Flüssigkeit, dadurch wird das Gleiten des Knorpels aufeinander und damit die Bewegung ermöglicht.

Bevor man jedoch unnötig in Panik gerät, weil sicher jeder schon einmal Gelenkschmerzen hatte, sollte man auch genau wissen, was eigentlich eine „echte“ Arthrose ist. Eine Arthritis ist zunächst eine akute Entzündung des Gelenks, die relativ schnell wieder ausheilt, bei „unsachgemäßem“ Verhalten allerdings sich auch zu einer Arthrose ausweiten kann.

Als Arthrose bezeichnet man Verschleißerscheinungen der Gelenkknorpel, die mit entzündlichen Veränderungen einhergehen können. Man unterscheidet zwischen einer primären Arthrose (Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels) und der sekundären Arthrose, die durch unfallbedingte Gelenkfehlstellungen, Entzündungen (z.B. Rheumatismus) oder angeborene Gewebs- und Knorpelminderwertigkeit entstehen kann.

Die Arthrose entwickelt sich über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg und genau da liegt also auch der Ansatz. Nämlich frühzeitiges aktives und bewusstes Handeln mit der Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung und der Vermeidung von Fehl-, sowie Überbelastungen. Nach vorsichtigen Schätzungen sind bei über 95 Prozent der 75-jährigen arthrotische Gelenkveränderungen nachweisbar, während 20-jährige nur zu 4 Prozent betroffen sind. Dabei erkranken Frauen im Alter häufiger an Arthrose als Männer. Der Grund wird in der hormonellen Umstellung der Wechseljahre vermutet.

Eine Arthrose entsteht durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels, wodurch dieser zerstört wird. Dieses Missverhältnis kann durch eine erblich bedingte Störung des Knorpels oder durch eine Fehlbelastung entstehen. So kann zum Beispiel eine X-Bein-Stellung der Knie oder eine leichte Hüftgelenkfehlstellung zu einer punktuellen Überbelastung und damit zu einer Arthrose der entsprechenden Gelenke führen. Auch zurückliegende Verletzungen wie Knochenbrüche oder Kapsel-Band-Verletzungen oder punktuelle Belastungen (zum Beispiel durch körperbelastende Berufe wie Fliesenleger) können eine Arthrose verursachen. In den Gelenken, welche das Körpergewicht tragen müssen (Knie, Hüften, Wirbelsäule) spielt auch Übergewicht eine wichtige Rolle.

Auslöser einer Arthrose ist eine Verletzung beziehungsweise dauernde Überbelastung des schützenden Knorpels. Die Abnutzung kann soweit gehen, dass der Knochen teilweise oder sogar ganz freiliegt. Der defekte Knorpel kann den Knochen nicht mehr vor Stößen und großer Belastung schützen. Er versucht, die Überlastung auszugleichen, indem er verstärkt Knochensubstanz bildet. Dadurch kommt es zu knotigen Verdickungen und Deformierungen der betroffenen Gelenke. Gleichzeitig kann abgeriebenes Knorpel- und Knochenmaterial eine Entzündung der umgebenden Gelenkhaut verursachen.

Mangelnde Bewegung unterstützt den Krankheitsverlauf, da der Knorpel in dem Fall unter einem Versorgungsmangel leidet: Nur eine regelmäßige Belastung des Gelenks transportiert die Gelenkflüssigkeit mit ihren wichtigen Nährstoffen in den Knorpel und ermöglicht es zudem, dass Abfallprodukte aus den Zellen abtransportiert werden. Außerdem werden auf diese Weise die Muskeln trainiert, die eine wichtige Funktion für den Halt und Schutz eines Gelenkes haben.

Die „typischen" Faktoren für Arthrose:

  • Übergewicht
  • Achsenfehlstellung wie X- und O-Beine
  • Frühere Verletzungen des Gelenks
  • Überlastung im Beruf zum Beispiel durch ständiges, langes Knien
  • Überlastung in der Freizeit durch Sportarten mit raschem Richtungswechsel oder starkem Druck auf die Gelenke
  • Höheres LebensalterWeibliches Geschlecht (mit zunehmendem Alter)

Artikel eingestellt am: Montag, 11. Dezember 2006

Author: Sindy Zimmermann

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