So mancher Diabetiker könnte auf Medikamente verzichten

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Bewegung und gesunde Ernährung

So mancher Diabetiker könnte auf Medikamente verzichten

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Bewegung und gesunde Ernährung

Daß sich mit Bewegungsprogrammen und gesunder Ernährung bei hohem Diabetesrisiko (etwa bei gestörter Glukosetoleranz) der Erkrankung vorbeugen lässt, ist inzwischen gut belegt.


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Und Patienten mit manifestem Diabetes können durch Bewegung und gesunde Kost den Stoffwechsel deutlich bessern und die Progression der Erkrankung bremsen.

Körperliche Bewegung ist eine kausale Therapie gegen die Stoffwechselkrankheit. Sie verbessert die Blutzucker- und Cholesterinprofile, HbA1c- und Blutdruck-Werte werden verringert. Die Wirkung von körperlicher Bewegung auf die Blutzuckerwerte ist so enorm, dass man oft sogar auf Tabletten oder Insulin verzichten kann.

Bewegung fördert langfristig den Muskelaufbau und sorgt für eine gute Durchblutung. Hierdurch können Glukose und Insulin gut auf die Körperzellen einwirken. Allein schon durch Kontraktion der Muskelzellen wird nach Forschungsergebnissen die Glukose-Aufnahme gefördert. Ebenso verbessert regelmäßige Bewegung die Empfindlichkeit der Körperzellen auf das (körpereigene) Insulin.

Eine verminderte Insulin-Sensitivität kennzeichnet ja bekanntlich den Beginn eines Typ-2-Diabetes. Die Zielzellen etwa in Leber, Muskeln oder Fettgewebe können nicht mehr angemessen auf das Hormon reagieren. Sie werden unter anderem durch ein Überangebot an Nährstoffen zunehmend unempfindlich dafür.

Die Wirksamkeit von körperlichem Training gegen Diabetes ist in vielen prospektiven Untersuchungen belegt worden. In der finnischen Diabetes Prevention Studie absolvierten zum Beispiel übergewichtige Patienten mit gestörter Glukosetoleranz ein Programm aus Bewegung und gesunder Ernährung.

Konkret hieß dies: mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, mindestens fünf Prozent des Körpergewichts abzunehmen sowie eine Umstellung auf fettarme Kost mit vielen Ballaststoffen. Das Ergebnis: In der Interventionsgruppe war binnen vier Jahren die Inzidenz des Typ-2-Diabetes um 58 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe.

Wegen Begleiterkrankungen wie Cox- oder Gonarthrose ist Sport allerdings oft nur eingeschränkt möglich.

Für ein regelmäßiges Training sind die vielmals älteren und übergewichtigen Menschen zudem nur schwer zu motivieren. Oft ist es daher Erfolg versprechender, den Patienten statt Sport möglichst viel Bewegung im Alltag zu empfehlen: etwa Treppensteigen statt Fahrstuhlfahren oder regelmäßige Abendspaziergänge.

Lassen sich Patienten zu regelmäßigem körperlichen Training motivieren, eignet sich Ausdauersport wie Nordic Walking, Laufen, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen. Empfohlen werden 20 bis 60 Minuten drei- bis fünfmal die Woche in einer Intensität, bei der die Patienten sich während der Bewegung noch gut unterhalten können. Falls vorhanden, sollten Patienten in Diabetiker-Sportgruppen vermittelt werden.

Sport bei Diabetikern muss dosiert und sollte unter ärztlicher Beratung erfolgen. Wichtig ist zu klären, ob die Patienten schon mikro- oder makrovaskuläre Folgekrankheiten haben, das heißt etwa an Retino-, Nephro- oder Polyneuropathie oder auch an koronarer Herzkrankheit leiden.

Artikel eingestellt am: Donnerstag, 27. April 2006

Author: Sindy Zimmermann

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