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Betrachtet man die aktuellsten Ergebnisse einer deutschlandweit angelegten großen Studie, der NationalenVerzehrsStudie II, so sollte man sich beim Essen eher in Zurückhaltung üben. Im Rahmen dieser Studie wurden an insgesamt 6117 Männer und 7090 Frauen im Alter von 18 – 80 Jahren bzw. 580 Jungen und 544 Mädchen (14-17 Jahre) anthropometrische Daten, Ernährungsgewohnheiten und soziale Faktoren ermittelt. Die Ergebnisse stimmen uns einmal mehr nachdenklich: 66 % der Männer und 52,6 % der Frauen sind zu dick. Vergleicht man die Daten mit den vor 10 Jahren ermittelten Ergebnissen des Bundesgesundheitssurveys (1998), so ergibt sich ein weiterhin steigender Trend. Besonders deutlich ist die Zunahme an Übergewichtigen bei den jungen Erwachsenen. Vor 10 Jahren waren noch 20 % der 18-19jährigen Männer und 17 % der Frauen zu dick, heute sind es bereits 28 % bzw. 23 %. Das sind alles Andere als rosige Aussichten für die Zukunft, bedenkt man, dass bereits heute mit dem Alter eine Zunahme übergewichtiger Menschen einhergeht (Abb. 1).


Quelle: http://www.was-esse-ich.de/uploads/media/NVS_II_Ergebnisbericht_Teil_1.pdf
Man müsste meinen, die Diätbemühungen müssten derzeit eine Hochphase erleben, aber weit gefehlt. Nur etwa 12 % der im Rahmen der NVS II Befragten gaben an eine Diät zu halten, 5 % aufgrund der Motivation Gewicht zu verlieren, alle anderen aufgrund von Erkrankungen, wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Allergien usw. Damit scheint unter den Deutschen das Bewusstsein für ein „gesundes“ Gewicht nicht zu existieren oder Wille dies zu erreichen. Weiterhin stutzig machen sollte uns die Risikoeinschätzung im Bereich Ernährung. Ist doch anerkanntermaßen das größte Risiko für unsere Gesundheit „zu viel und zu einseitig“ zu essen, wird dies von den Befragten der Studie als eher untergeordnet angesehen (Platz 4 von 14). Dagegen werden Rückstände von Spritzmitteln und Tierarzneimitteln, sowie verdorbene Lebensmittel als deutlich größeres Gesundheitsrisiko eingeschätzt. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand, besser auf belastete Lebensmittel verzichten (sprich Gemüse und Obst), stattdessen das daraus resultierende schlechte Gewissen mit Nahrungsergänzungsmittel beschwichtigen. Immerhin gibt fast jeder Dritte an diese zu konsumieren, insbesondere 51 bis 80jährige greifen deutlich häufiger noch nach der Heilsversprechenden Pille. Was soll nur werden. Das Gerede ist groß, Lösungsansätze hingegen fehlen. Auch die von der Regierung ins Leben gerufene Bundesinitiative gegen Übergewicht enthält keine konkreten Vorschläge.
Sind wir doch einmal ehrlich, fast jeder weiß um die Bedeutung einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise, denn immerhin 60 % der im Rahmen der NVS II Befragten informieren sich ja darüber. Aber keiner lebt danach?!
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