präsentiert von www.nordicaktivforum.de

ErnährungundSport.info

Ernährung Gesundheit Sport Specials

Doping im Ausdauersport Teil 3

präsentiert von www.nordicaktivforum.de

präsentiert von www.nordicaktivforum.de

Doping im Ausdauersport Teil 3

Im dritten Teil unserer Serie Doping im Ausdauersport erhalten Sie Erläuterungen über die Wirkungen und Risiken von Testosterondoping ...


Doping
Sportmedizin
Training


 

Testosteron ist neben Nandrolon ein wichtiges Sexualhormon (Androgen), das bei beiden Geschlechtern nachgewiesen ist, und sich dabei in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet. Testosteron ist ein Kunstwort, das von Testikel (Hoden) und Steroid abgeleitet ist. Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil unter dem Einfluss von Hormonen im Hoden produziert. Da Lance Armstrong nach seiner Krebserkrankung nur noch über einen beschränkt funktionsfähigen Hoden verfügt, durfte er mit medizinischer Sondergenehmigung Testosteron und Kortikoide von außen zuführen. Allein dieser Fakt bringt manche Wissenschaftler in Rage, denn sie argumentieren, dass auch ein Hoden völlig ausreicht, um die „normale“ Hormonmenge zu produzieren. Aus ihrer Sicht war es also in Hinblick auf die Regeneration und Leistungsfähigkeit in einer dreiwöchigen Rundfahrt für Lance Armstrong ein immenser Vorteil, Testosteron legal zuführen zu dürfen und wenn man die wilde Entschlossenheit und Aggressivität des Ex Rad Profis noch vor Augen hat, dann wundert dies wenig.

Denn neben den Wirkungen auf den Sexualtrieb besitzt Testosteron auch eine anabole, muskelaufbauende Wirkung, steigert die Aggressivität und hemmt die Schmerzempfindlichkeit. Testosterone sind zudem bekannt dafür den Hämatokrit durch beides, direkte und indirekte Auswirkungen auf Erythropoetin zu steigern. Dopende Sportler verwenden Testosteron, um ihren Muskelaufbau sowie die Regeneration zu beschleunigen oder die natürliche Leistungsgrenze zu überwinden. Testosteron gilt als das am häufigsten angewandte anabole Steroid, zumindest in der Phase der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Es ist nicht nur ein extrem schnell wirkendes anaboles Steroid, sondern es durchläuft auch sehr schnell den Stoffwechsel und wird dann sofort ausgeschieden, ist also recht schnell nicht mehr nachweisbar. Dabei riskieren Doper jedoch gefährliche Nebenwirkungen.

Fortpflanzungssystem

  • erhöhte Libido
  • verzögerte Spermienproduktion
  • Abnahme der Spermienproduktion
  • Impotenz
  • Sterilisation
  • Bei jugendlichen Sportler: vorzeitige Pubertät, vergrößerte Geschlechtsorgane und Leber
  • Akkumulation toxischer Stoffwechselprodukte

Andere allgemeine Nebenwirkungen

  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Hautausschlag
  • Ödeme
  • tendenzieller Abfall des arteriellen Blutdrucks
  • Muskelverletzungen als Folge der Kraftzunahme
  • Bänder- und Sehnenschwäche als Folge der relativen Zunahme der Muskelkraft.
  • Langfristig erhöht sich sogar das Krebsrisiko.

Bei Dopingkontrollen gelten Sportler als "positiv" auf Testosteron, wenn das Testosteron/Epitestosteron-Verhältnis im Urin höher als vier ist. Eine weitere medizinisch-diagnostische Abklärung findet unabhängig vom Testosteron/Epitestosteron-Verhältnis im Urin ab einem Absolutgehalt von 200 ng Epitestosteron pro ml Harn statt. Es liegt dann ein Dopingfall vor, es sei denn der Sportler kann nachweisen, dass es natürliche Ursachen gab. Der Nachweis kann mittlerweile zu 99,9%-iger Sicherheit erbracht werden. Das Problem, daß Testosteron ein körpereigenes, natürliches Hormon ist und deshalb schwer ein Doping-Vergehen vorgeworfen werden konnte, löste man folgendermaßen:

Ein Teil des körpereigene Testosterons wird zu Epitesteron, einem Isomer des Testosterons, umgewandelt. Führt man nun von außen Testosteron zu, so wird dieses so gut wie nicht zu Epitestosteron umgewandelt. Dadurch verschiebt sich im Urin das Verhältnis von ausgeschiedenem Testosteron zu Epitestosteron zugunsten von Testosteron.

Vor der EPO-Ära in den Neunzigern war Testosteron im Radsport das beliebteste Dopingprodukt. Der Holländer Gert-Jan Theunisse, bester Kletterer der Tour 1989, war drei Mal positiv. In jüngerer Vergangenheit waren der Italiener Francesco Casagrande und der Kolumbianer Santiago Botero (der einen natürlich-hohen Testosteronwert nachweisen konnte) positiv auf Testosteron. Das Sexualhormon gehört nach vielen Zeugenaussagen auch heute noch immer zur "Basis-Präparation" von dopenden Sportlern.

Man kann sich zu diesem Zweck Testosteron-Pflaster, wie es zur Hormon-Ersatztherapie bei Männern eingesetzt wird, auf den Hodensack kleben und belässt es dort für etwa sechs Stunden. Die geringe Dosis reicht nicht aus, einen positiven Harnbefund beim Dopingtest zu erzeugen, aber der Körper spürt tatsächlich eine schnellere Erholung.

Nebenbei erfahren wir also nun in diesen Tagen, wie heftig die Wirkung einer solchen Niedrigdosierung dann doch ist: Landis radelte nach seinem Einbruch tags darauf wie im Jungbrunnen gebadet die alpinen Rampen hinauf. Im Ziel reckte der triumphierend die Faust in die Luft. Ja! Es hat gewirkt!

Im nächsten Teil erfahren Sie mehr über das Blutdoping und Co.!

Diskutieren Sie doch mit uns über dieses Thema unter www.nordicaktivforum.de

Artikel eingestellt am: Donnerstag, 07. September 2006

Author: Sindy Zimmermann

Meinungen / Bewertungen: keine

 

« zurück Meinung
lesen / schreiben
* Artikel per eMail versenden & Druckversion

 

© 2006 - www.ernaehrungundsport.info

Kontakt/Impressum | Haftungsausschluss | Sitemap | Suche