Die Krankheitshäufigkeit steigt exponentiell mit dem Alter, so leidet etwa ein Drittel der über 90-jährigen an einer Demenz. Durch den stetig anwachsenden Anteil älter werdender Bevölkerung steigt auch die Suche nach effektiven Präventionsmaßnahmen. Dabei spielt die Ernährung eine scheinbar wichtige Rolle. Allerdings ist die Datenlage bisher noch zu dünn, um definitive Aussagen treffen zu können.
Dennoch wurden einige Nahrungsinhaltsstoffe bisher genauer betrachtet. Dazu zählen unter anderem die so genannten Antioxidantien. Das sind Verbindungen, die in der Lage sind, reaktive, für den Körper schädliche Substanzen (freie Radikale) abzufangen und diese unschädlich zu machen. Beispiele für in der Nahrung vorkommende Antioxidantien sind Vitamin C und E, aber auch weitere von Pflanzen gebildete Stoffe. Da gerade Nervenzellen viel Sauerstoff benötigen und zudem sehr viel ungesättigte Fettsäuren enthalten, die besonders anfällig gegenüber freien Radikalen sind, liegt die Vermutung nahe, dass diese Zellen von einer hohen Zufuhr an Antioxidantien profitieren.
In einer Studie aus den Niederlanden konnte ein solcher Tatbestand auch gezeigt werden. Eine hohe Aufnahme von Vitamin C und E führte zu einer Senkung des Alzheimer-Demenzrisikos. Dies beschränkt sich nicht nur auf die Zufuhr in Form natürlichen Lebensmitteln, sondern scheinbar gilt dies auch für Supplemente. Neben den Antioxidantien sollen auch die im Fischfett enthaltenen Omega-3 Fette das Demenzrisiko senken. Diese besonders positiven Fettsäuren sind essentiellen Bestandteil von Nervenzellen und daher für deren Regeneration und Funktion unabdingbar. Als dritter positiver Nahrungsbestandteil wird Alkohol diskutiert. In großen Mengen wirkt dieser natürlich neurotoxisch, sprich tötet Nervenzellen unwiederbringlich ab. In Maßen konsumiert soll er das Demenzrisiko hingegen verringern. Dies gilt insbesondere für moderaten Weinkonsum, da dieser neben Alkohol noch zahlreiche Antioxidantien enthält. Allerdings ist man sich über die Definition des Begriffes „moderate“ Alkoholaufnahme nicht ganz einig.
Einheitliche Empfehlungen zur Vorbeugung von Demenz lassen sich leider noch nicht geben. Wie dargestellt gibt es einige viel versprechende Nahrungsinhaltsstoffe, die allerdings generell für ein gesundes Leben empfohlen werden. Da auch Übergewicht einen Risikofaktor für die Entstehung einer Altersdemenz darstellt, wird auch ausreichend körperliche Aktivität empfohlen, um das Demenzrisiko zu reduzieren. Damit kann einmal mehr davon gesprochen werden, dass eine allgemein gesunde Lebensführung als die optimale Präventionsmaßnahme wirkt.
Quelle: Ernährungsumschau 5, Mai 2005