Gegenüber 1980 ging die Zahl der tödlichen Kreislauferkrankungen damit um 26,6% zurück. Demzufolge sank auch die altersstandardisierte Sterbeziffer für diese Erkrankungen um 53%. Da Krankheiten des Kreislaufsystems in aller Regel erst im höheren Lebensalter zum Tode führen und statistisch Frauen älter werden als Männer, lag auch deren Anteil mit fast 59% deutlich über dem der Männer. Die häufigsten spezifischen Todesursachen waren dabei die ischämischen Herzkrankheiten.
Als akute Komplikation einer koronaren Herzkrankheit spielt der akute Myokard- oder Herzinfarkt eine vorrangige Rolle. Im Berichtsjahr starben 61 056 Personen (28 083 Frauen und 32 973 Männer) an einem akuten Herzinfarkt; das waren 6,4% aller gestorbenen Frauen und 8,5% der verstorbenen Männer. Auffällig sind hierbei die unterschiedlichen altersstandardisierten Sterberaten im Ländervergleich: Berlin weist mit 15,8 Gestorbenen je 100 000 Einwohner eine um fast 74% niedrigere Sterberate als der Bundesdurchschnitt (60 Personen je 100 000 Einwohner) auf. Im Gegensatz dazu starben vor allem in den ostdeutschen Flächenstaaten Brandenburg und Sachsen-Anhalt überdurchschnittlich viele Menschen am akuten Herzinfarkt (Sterbeziffer von 88,9 beziehungsweise 82,9). Ausschlaggebend hierfür dürfte die notärztliche Versorgung sein: Das in Berlin in den 80er Jahren eingeführte Notarztsystem sorgt für eine sehr schnelle Versorgung der Patienten. Dies wird in Ostdeutschland vor allem durch die großen Entfernungen erschwert.
Sterbefälle an zerebrovaskulären oder Hirngefäßkrankheiten wurden besonders bei älteren Menschen festgestellt. Zu den Hirngefäßkrankheiten zählt vor allem der Schlaganfall. In 2005 sind insgesamt 67117 Personen an diesen Krankheiten verstorben, davon waren 36,9% männlich und 63,1% weiblich. Somit liegt auch die Sterbeziffer der Frauen an diesen Krankheiten mit 75,4 Gestorbenen je 100 000 Einwohner wesentlich höher als die der Männer (46,3). Bei 44,8% der zerebrovaskulär bedingten Sterbefälle wurde ein tödlicher Schlaganfall festgestellt.
Die altersstandardisierten Werte zeigen eine höhere Sterblichkeit an Krankheiten des Kreislaufsystems in den neuen Bundesländern (ohne Berlin-Ost) als in den alten Bundesländern (einschließlich Berlin-Ost).
In Sachsen-Anhalt waren es 416,0 und in Brandenburg 395,3 Verstorbene je 100 000 Einwohner. In Hamburg und Berlin starben mit 275,2 beziehungsweise 295,9 Personen je 100 000 Einwohner bundesweit die wenigsten Personen an Krankheiten des Kreislaufsystems.