Am nationalen Gesundheits-Survey hatten rund 7100 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren teilgenommen. Frauen und Seniorensportler sind nach diesen Daten dagegen kaum betroffen. Die Untersuchung kommt zu dem Fazit, dass vorbeugende Maßnahmen gegen Verletzungen sich auf die besonders gefährdete Gruppe der jungen Sportler konzentrieren sollten.
Junge Männer betreiben vor allem aggressive Ball- oder Kampfsportarten, in denen man sich im Zweikampf besonders leicht verletzt. Jeder sechste jüngere Sportler zieht sich einmal im Jahr eine Sportverletzung zu, dagegen sind es nur fünf Prozent bei den über Fünfzigjährigen. Frauen aller Altersgruppen hätten im Vergleich dazu ein um 75 Prozent geringeres Risiko. Zudem räumt die Studie mit einem Vorurteil auf, dass Menschen, die nur gelegentlich Sport treiben oder damit neu beginnen, ein besonders hohes Verletzungsrisiko haben. Je mehr Sport getrieben wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich eine Verletzung zuzuziehen. Die Angst, dass man sich als Untrainierter eher verletzen kann, ist nach den Erkenntnissen der Studie ebenfalls nicht begründet.
Es spricht also auch aus Verletzungssicht nichts gegen einen Sporteinstieg im höheren Alter. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass Sportverletzungen zwar häufig sind, aber im Vergleich zu Unfällen bei der Arbeit und im Straßenverkehr weniger gravierende Folgen haben. Etwa 62 Prozent aller behandlungsbedürftigen Sportverletzungen führen zur Arbeitsunfähigkeit – allerdings dauert diese nur in zwei von zehn Fällen länger als zwei Wochen. Bei 60 Prozent der Sportverletzungen handele es sich um Verstauchungen, Auskugeln der Gelenke oder Bänderrisse, die in der Regel gut zu behandeln sind und schnell abheilen. Die zweithäufigste Verletzungsart durch Sport sind nach den Daten der Studie mit 18 Prozent Knochenbrüche.