Angst vor Sport wegen Todesgefahr?

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Lebensgefährliche Läufe? – Todesfälle im Sport

Angst vor Sport wegen Todesgefahr?

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Lebensgefährliche Läufe? – Todesfälle im Sport

Die Schlagzeilen sind erschreckend: «Todesfall überschattet Bonn-Marathon», hieß es beispielsweise im vergangenen Jahr. Die Diagnose ist meist gleich: Plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand.


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Doch so spektakulär die Todesfälle auch anmuten, die Norm sind sie nicht. Statistisch stirbt bei organisierten Läufen von 50 000 bis 90 000 Teilnehmern ein einziger. Doch warum fordert eine Sportart, deren positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Knochen und den allgemeinen Gesundheitszustand mehr als einmal belegt wurde, überhaupt Menschenleben?

Diese Frage können auch Sportmediziner bislang nur zum Teil beantworten. Derzeit gelten drei Szenarien als gesichert.

Nummer eins: Die Betroffenen glauben zwar von sich, vollkommen gesund zu sein, haben jedoch bislang verborgen gebliebene Herzprobleme. Denn ein gesundes Herz kann man nicht überfordern. Eher machen die anderen Muskeln im Körper schlapp. Damit hat man so etwas wie einen Sicherheitsabstand. Anders sieht es aus, wenn die Gefäße rund um das Herz bereits verengt sind - ein Problem, das mittlerweile immer mehr Menschen betrifft und das sich im normalen Alltag nicht bemerkbar macht. In einem solchen Fall sollten beim Sport je nach Ausprägung der Schädigung bestimmte Herzfrequenzen nicht überschritten werden. Festgestellt werden solche Schäden mittels einem Belastungs-EKG, allerdings sollte man dabei darauf achten, dass der Arzt während der Untersuchung tatsächlich eine starke körperliche Leistung fordert - sonst besteht die Gefahr, dass die Gefäßprobleme übersehen werden.

Der zweite Risikofaktor sind Infektionen. Selbst an sich harmlose Atemwegsinfekte belasten das Herz und können zu Rhythmusstörungen oder eben auch zum plötzlichen Herztod führen. Wenn man sich etwa bei einem grippalen Infekt schlecht fühlt, sollte man sich konsequent ins Bett legen und nicht zur Arbeit und schon gar nicht zum Training gehen.

Die dritte Ursache für die plötzlichen Todesfälle bei Marathonläufen wurde erst im vergangenen Jahr entdeckt – und überraschte Läufer wie Experten: Wer während des Laufs einfach nur viel Wasser trinkt, gerät ebenfalls in Lebensgefahr, konnten Wissenschaftler von der Harvard-Universität nachweisen. Bis dahin galt die Devise, dass man beim Sport gar nicht genug trinken kann. Doch als die Forscher nach einem Marathon in Boston das Blut von fast 500 Läufern untersuchten, fanden sie bei mehr als 60 von ihnen ungewöhnlich geringe Kochsalzwerte, bei drei Athleten waren diese bereits im kritischen Bereich.

Zurückführen lassen sich diese Probleme auf den Mechanismus, mit dem der Körper den Wasser- und Salzhaushalt reguliert. Durch das Schwitzen beim Laufen verliert der Organismus sowohl Wasser wie Salze, bekommt beim Wassertrinken aber lediglich Wasser zurück. Für die Aufnahme des Wassers benötigt der Mensch jedoch Mineralien und vor allen Dingen Natrium. Ist die Wasserzufuhr zu groß, hat das dann fatale Folgen: Um das Salzgleichgewicht wieder auszugleichen, nehmen die Körperzellen Wasser aus dem Blut auf und schwellen dabei an.
Das passiert nicht nur in den Beinen, wo die Schwellungen keine schlimmen Konsequenzen haben, sondern auch in allen anderen Geweben und Organen. Trifft es das Gehirn, drohen Schwindel, Unwohlsein und schließlich der Zusammenbruch. Zudem verdickt sich dadurch das Blut weiter, so dass man eigentlich genügend Wasser aufgenommen und im Körper hat, jedoch „an den falschen Stellen“ und somit auch die Symptome eines starken Wassermangels auftreten.

Während des Marathons sollte man also nicht nur Wasser, sondern auch Salz zuführen und dabei eher einen kurzfristigen Wassermangel als einen Wasserüberschuss in Kauf nehmen - denn damit kommt der Körper weit besser zurecht.

Angst vor dem Sport sollte man jedoch auf keinen Fall entwickeln. Im Gegenteil: Sport hilft, Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und verzögert Altersbeschwerden wie Arthrose. Auch scheint es neueren Ergebnissen zufolge den Verlust der Knochendichte in den Wechseljahren zu verhindern. Es kann sogar das Leben verlängern, zeigen mehrere Studien - vorausgesetzt, man vermeidet die Risikofaktoren.

Artikel eingestellt am: Donnerstag, 01. Juni 2006

Author: Sindy Zimmermann

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