Eiweiß – Baustoff für den Muskel (1)

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Serie: Grundlagen der Sporternährung

Eiweiß – Baustoff für den Muskel (1)

Eiweiß – Baustoff für den Muskel (1)

Serie: Grundlagen der Sporternährung

Manche Diätformen schwören auf eine proteinreiche Ernährung und insbesondere Kraftsportler messen diesem Makronährstoff eine immense Bedeutung zu und greifen auch gern mal zum Eiweißkonzentrat aus der Dose, um den Muskelaufbau auch tatsächlich voran zu treiben. Aber ist dies auch wirklich notwendig und wie viel Eiweiß braucht der Sportler tatsächlich ...


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Bevor wir also mit der Klärung des Eiweiß-Mythos im Sports beginnen erst einmal ein paar erläuternde Worte.

Der wissenschaftliche Begriff Protein stammt aus dem Alt-Griechischen ("protos") und bedeutet so viel wie "das Wichtigste", denn Proteine sind die wichtigsten Baustoffe des Körpers. sie bewerkstelligen alle Aufgaben, die zur Lebenserhaltung und Funktion unseres Körpers notwendig sind.

Eiweiße sind zum Beispiel für die Ausbildung von Muskeln, Haare, Augenfarbe, Körpergröße, Nasenform usw. verantwortlich. Allerdings reicht dafür nicht nur ein Eiweiß, sondern viele Eiweiße wirken zusammen, um ein bestimmtes Merkmal zu produzieren. Wenn wir zum Beispiel eine SMS per Handy verschicken, wenn wir uns am Kopf kratzen oder einen Text auswendig lernen, immer arbeitet eine ganze Mannschaft von Eiweißen in und für uns. Manche Eiweiße bilden kleine Miniaturwerkzeuge in einer Körperzelle, die man "Enzyme" nennt.

Eiweiße sind winzig klein, man kann sie noch nicht mal mit den besten Mikroskopen sehen. Aber es gibt spezielle Techniken und Computerprogramme, mit denen man ein Modell der Eiweiß-Struktur erstellen kann. Insgesamt tummeln sich im menschlichen Körper mehr als eine Million verschiedener Eiweißstoffe. In jedem Lebewesen läuft zu jeder Zeit die Produktion von Tausenden von Eiweißen auf Hochtouren. Dieser Prozess ist äußerst genau und schnell. Der Zusammenbau eines Eiweißstoffes benötigt meist weniger als eine Minute. 

Die Eiweiße bestehen aus kleineren Bausteinen, den Aminosäuren, die in Form einer langen Kette aneinandergeknüpft sind. Die unglaubliche Vielfalt an Eiweiß-Formen kommt dadurch zustande, dass diese Bausteine in unterschiedlicher Kombination miteinander verbunden sind. Die Aminosäuren sind wie Perlen einer Kette aneinander gereiht. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren. Die Aminosäure-Ketten werden in den „Eiweiß-Fabriken“ nach einer jeweils speziellen "Bauanleitung" hergestellt. Jede "Bauanleitung" gibt genau an, in welcher Reihenfolge welche Aminosäuren zu verknüpfen sind. Diese "Anleitungen" befinden sich im Erbgut - in unseren Genen und müssen zunächst kopiert werden, bevor sie dann zu den Eiweiß-Fabriken transportiert werden. Sehr kleine Eiweiße sind aus nur zehn Bausteinen aufgebaut, sehr große können aus mehreren 1000 Aminosäuren bestehen.

Die Aminosäurekette faltet sich zu einem Eiweiß zusammen. Wie die Aminosäure-Kette sich zusammenfaltet und wie also das Eiweiß schließlich geformt ist, das hängt von der Art und Reihenfolge der Aminosäuren ab. Es gibt Eiweiße, die eine runde oder knäuelige Form haben, wie das Eiweiß in den roten Blutkörperchen, das den Sauerstoff transportiert. Andere Eiweiße haben seilartige Strukturen oder bilden lange, schraubenförmige Stäbchen, wie z.B. das Eiweiß Keratin in unserem Haar oder das Eiweiß Kollagen in unserer Haut (siehe Bild rechts unten). Manche Eiweiße haben eine sehr komplizierte Struktur, wie z.B. das Eiweiß, das energiespeichernde Stoffe herstellt.

Wenn man an einem Ende der Eiweiße kräftig ziehen könnte - wie am Faden-Ende eines Wollknäuels - dann würde sich das Eiweiß wieder entfalten und es würde wieder die Kette erscheinen, in der die Aminosäuren aneinandergereiht sind. Die Aminosäuren legen nicht nur fest, wie ein Eiweiß geformt ist, sondern jede Aminosäure verleiht dem Eiweiß bestimmte Eigenschaften, die für dessen Wirkungsweise wichtig sind. Sie geben dem Eiweiß sozusagen eine chemische "Persönlichkeit". So kommt es, dass einige Eiweiße sich in wässriger Umgebung wohl fühlen, während andere in der Zellhülle zuhause sind.

Im zweiten Teil werden wir uns mit dem tatsächlichen Bedarf für Sportler und Nicht-Sportler auseinandersetzen.

Artikel eingestellt am: Montag, 27. November 2006

Author: Sindy Zimmermann

Meinungen / Bewertungen: keine

 

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