Es wird empfohlen pro Woche mindestens 1000 kcal (das entspricht etwa 2 Stunden Sport mit moderater Intensität) zur Reduzierung kardiovaskulärer Risikofaktoren, sowie zur Verbesserung des Fettstoffwechsels zu verbrauchen.
Günstiger wäre jedoch auf ca. 2000 kcal/Woche (3-5 Trainingseinheiten à 30-60 Minuten mit moderater Intensität) zu kommen. Steigert man den Energieverbrauch weiter (auf über 3000 kcal/Woche), so erreicht man möglicherweise persönliche sportliche Ziele, aber beeinflusst das Krankheitsrisiko nur noch wenig. Dennoch stellen für jahrelang inaktive oder vielleicht sogar vorbelastete Personen solche Empfehlungen häufig Einstiegsbarrieren dar, die vom regelmäßigen Sporttreiben abhalten.
Eine Studie des Institutes für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth untersuchte deshalb den Einfluss eines niedrig dosierten Trainings (< 800 kcal/Woche) auf das Risikoprofil (Blutdruck, Blutfettwerte, Blutzucker, Gewicht), physische Ressourcen (Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination) und subjektive Gesundheitsparameter bei bislang bewegungsarmen Personen über einen Interventionszeitraum von einem Jahr und einem Folgezeitraum von 2 Jahren. Bei hohen Energieverbrauch (> 1000 kcal/Woche) verbessert sich der physische Ressourcen- und Risikostatus signifikant stärker als bei einem geringeren Energieverbrauch (500-800 kcal/Woche). Hingegen zeigte sich ein geringer Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und subjektiven Gesundheitsempfinden, sowohl Personen mit 500-800 kcal wöchentlichen Energieverbrauch, als auch solche mit > 1000 kcal berichteten von einer Verbesserung von Beschwerden und des Körperselbstbildes.
Allerdings zeigte sich bei bewegungsarmen Erwachsenen mit zuvor ungünstigem Risikoprofil (z.B. erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte) bereits ein signifikanter Effekt des niedrig dosierten Trainings (< 800 kcal/Woche).
FAZIT: Vorbelastete Personen profitieren folglich bereits von einer minimalen körperlichen Aktivität (500-800 kcal/Woche), wohingegen bei gesunden Erwachsenen ein wöchentlicher Energieverbrauch von mindestens 1000 kcal durch Sport für eine deutlich positive Beeinflussung des Krankheitsrisikos anzusetzen ist.
Quelle: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 9/2005