Dazu wurden 422 Grundschüler (211 Jungen und 211 Mädchen) im Alter von 5 bis 10 Jahren untersucht. Von den untersuchten Kindern waren 20 % bei den Jungen und 24 % bei den Mädchen übergewichtig, allerdings befanden sich unter diesen überproportional viele Kinder, die täglich 10 und weniger Stunden schliefen.
Normalerweise sollten Kinder in diesem Alter 12 bis 13 Stunden pro Tag schlafen. Vermutet wird von den Forschern, dass die verminderte Schlafdauer einen Leptinmangel verursacht. Leptin ist ein Hormon des Körpers, welches in erster Linie von Fettzellen gebildet wird. Es steuert unter anderem unseren Appetit (Appetitzügelnde Wirkung). Die Freisetzung dieses Hormons erfolgt regulär in Ruhephasen, also auch während des nächtlichen Schlafes. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass ein durch Schlafmangel hervorgerufener übermäßiger Appetit auch die Nahrungsaufnahme steigert und damit die Entstehung von Übergwicht begünstigt.
Für den hier beschriebenen Schlafentzug von 3 und mehr Stunden errechneten die Forscher eine um 3,5 erhöhtes Adipositasrisiko. Aber auch nur ein leichter Schlafmangel steigerte bereits das Risiko signifikant.
FAZIT: Ausreichend Schlaf gerade im Kindesalter ist unabdingbar nicht nur für eine optimale geistige und körperliche Entwicklung der Kinder, sondern hilft auch Übergewicht vorzubeugen.
Quelle: Chaput et al.: Relationship between short sleeping hours and childhood overweight/obesity: results from the ´Quebes en Forme´ Project. International Journal of Obesity 30, 2006:1080-1085