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Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wird Kaffee zum Volksgetränk, sowohl in den wohlhabenden Schichten, als auch bei den weniger Betuchten wurde er konsumiert.
Heute weiß man, um die wirksamen Inhaltsstoffe. Der wohl bekannteste ist das Koffein, welches man aber auch in einigen anderen Pflanzen findet. Gerade im Sport werden dem Koffein leistungsfördernde Effekte zugesprochen. Bis vor 2 Jahren stand deshalb das Koffein auch auf der Dopingliste.
Koffein ist ein anregend wirkender Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energy Drinks und Schokolade. Es ist eines der ältesten und wirksamsten Aufputschmittel. Seine Wirkung betrifft das Herz-Kreislaufsystem (erhöhte Herztätigkeit/Puls und erhöhter Blutdruck), die Lunge (Bronchienerweiterung), den Darm (erhöhte Darmperistaltik), die Niere (harntreibende Wirkung; erst ab 300 mg/d) und das Zentrale Nervensystem (anregende Wirkung).
Tabelle 1 zeigt die Koffein-Mengen, die in verschiedenen Lebensmitteln enthalten sind. Die anregende Wirkung des Koffeins beruht in erster Linie auf seiner Bindung als Antagonist an Adenosinrezeptoren, die im Zentralnervensystem vorkommen. Koffein ist dem Adenosin-Molekül ähnlich genug, um an die Rezeptoren anzudocken, aber nicht ähnlich genug, um sie auszulösen. Die Koffeinmoleküle "verstopfen" sozusagen die Rezeptoren, die dann für das Andocken von Adenosin nicht mehr zur Verfügung stehen. Dadurch wird die ruhigstellende Wirkung des Adenosins gehemmt und die neuronale Aktivität erhöht; statt hemmend wie das Adenosin wirkt es also aktivierend die Zielzelle.
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Lebensmittel |
Koffein-Gehalt [mg] |
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1 Tasse Kaffee |
50-150 |
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1 kleine Tasse Espresso |
100 |
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1 Tasse Tee |
bis zu 50 |
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1 Tasse Kakao |
6 |
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1 Tafel Vollmilchschokolade |
15 |
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1 Tafel Halbbitterschokolade |
90 |
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1 Dose Red Bull |
80 |
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500 ml Cola |
30-60 |
Tabelle 1: Vorkommen von Koffein in Lebensmitteln
Im Sport wird das Koffein bereits seit 100 Jahren eingesetzt, aber erst seit den 70 Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Studien zur Untersuchung der leistungsverbessernden Wirkung des Koffeins durchgeführt. In den Studien wurde entweder die Zeit bis zur Erschöpfung bei einer vorgegebenen Leistung oder die Zeit, die zum Absolvieren einer vorgegebenen Distanz benötigt wurde, gemessen. Beide Studienanordnungen mit Belastungsumfängen von mehr als 30 Minuten stellten eine verbesserte Ausdauerleistung bezüglich der effektiven Laufzeit oder der Zeit bis zur Erschöpfung fest.
Die ergogene (leistungssteigernde) Wirkung des Koffeins wird auf seinen anregenden Einfluss auf den Fettstoffwechsel zurückgeführt. Es soll die Fettverbrennung fördern und somit die Glykogendepot schonen. Während eine gesteigerte Lipolyse (Abbau von Fett) nachgewiesen werden konnte, konnte bis heute nicht gezeigt werden, dass auch vermehrt freie Fettsäuren als Energieträger verbraucht werden (respiratorischer Quotient veränderte sich nicht).
Dieser Erklärungsansatz ist jedoch nicht ganz vollständig, da Studien teilweise belegt haben, dass Koffein leistungsfördernd wirken kann, ohne dass Effekte auf den Fettstoffwechsel zum Tragen kommen. Des Weiteren zeigen aktuelle Untersuchungen auch eine leistungssteigernde Wirkung bei Belastungen von 1-30 Minuten Dauer. Bei diesen Belastungen kann die Entleerung der Glykogenspeicher nicht der limitierende Faktor sein. Demzufolge müssen andere Mechanismen zum Tragen kommen. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Wirkung auf die Verteilung von bestimmten Salzen im Muskel (Kaliumanstieg im Blut erfolgt langsamer), dadurch kann die Erregbarkeit und Kontraktion der Muskelfasern verstärkt werden. Ein dritter möglicher Effekt könnte die Herabsetzung des Schmerzempfindens sein und damit einhergehend ein verändertes Belastungsempfinden, was möglicherweise sehr intensive Belastungen "erträglicher" macht. Die genaue physiologische Ursache (oder Ursachen), die der ergogenen Wirkung von Koffein zu Grunde liegt, ist allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Auch gibt es Studien, die keinen solchen Effekt belegen. Zudem wurde bei den meisten Studien mit reinem Koffein und nicht mit Kaffee gearbeitet. Ob dieser die gleichen Effekte hat, ist bisher unklar.
Allerdings hat das Koffein auch einige nachteilige Effekte. Dazu gehört unter anderem seine diuretische Wirkung. Allerdings wurde diese in der letzten Zeit deutlich überbewertet. Der Körper passt sich nämlich an einen dauerhaften Kaffee-Konsum und die stark "wasserentziehende" Wirkung lässt nach. Demzufolge wirkt das Koffein nur bei absoluten Abstinenzlern stark harntreibend oder bei kurzfristigem und ungewohnt hohem Kaffee-Konsum (> 300 mg/d). Weitere Nachteile des Koffeins können sein: Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Reizung des Magen- Darm- Traktes und Herzrasen. Besonders Kinder können davon betroffen sein, da eine solche Wirkung aufgrund des geringeren Körpergewichtes eher auftritt (2-3 Gläser Cola können ausreichen).
Im Jahr 2004 wurde Koffein als Mittel von der Dopingliste gestrichen (aufgrund von Problemen beim Nachweis hohe Abhängigkeit des Analyseergebnisses von äußeren Einflussfaktoren) und die Verantwortung über die Einnahme damit den Sportlern überlassen. Diese müssen nun selbst entscheiden, ob die Tasse Kaffee genutzt nach einem intensiven Arbeitstag zum Sport zu motivieren oder um besser durch einen Wettkampf zu kommen. Natürlich bleibt jedem auch offen das Koffein in Form von natürlichen Lebensmittel (Kaffee, Tee,Â…) aufzunehmen oder es als Koffeintabletten zu sich zu nehmen.
FAZIT: Koffein scheint einen leistungsfördernden Effekt zu haben, die Mechanismen, die dem zu Grunde liegen, sind allerdings bis heute nicht ausreichend geklärt. Zudem beeinflusst die Darreichungsform offensichtlich die physiologische Wirksamkeit. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass jeder sportlichen Leistung ein angemessenes Training zu Grunde liegt. Deshalb gilt es vornehmlich, sein Training zu verbessern und mögliche Defizite zu beseitigen, als sich Gedanken über eine Supplementierung ergogener Substanzen, inklusive Koffein, zu machen.
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