Die Wahrheit über das in Verruf geratene Gewürz

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Zimt im Visier

Die Wahrheit über das in Verruf geratene Gewürz

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Zimt im Visier

Avancierte Zimt in den letzten Jahren zum Superstar unter den Gewürzen, hatte es in der jüngsten Vergangenheit lauthalse Kritik gegeben und sogar Warnungen vor dem Verzehr von Zimtplätzchen.


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Der Grund: Die preiswerte Zimt-Variante - also der Cassia-Zimt - enthält viel Cumarin. Und ein zu hoher Cumarin-Genuss kann tatsächlich Kopfschmerzen, Schwindel, Leberschäden und andere Erkrankungen verursachen.

Das Problem: Die Zutatenliste von industriell gefertigten Zimt-Plätzchen beispielsweise lässt in der Regel nicht erkennen, welche Art von Zimt verarbeitet wurde und das die Industrie den preiswerteren Cassia-Zimt verarbeitet ist aus schlichtem Gewinnstreben anzunehmen.

Hier schadet  es deshalb auf keinen Fall, die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung zu beherzigen: Danach sollen Kinder höchstens 4 und Erwachsene höchstens 8 Zimtsterne (à 5,6 Gramm) pro Tag verzehren. Weniger wäre nach Ansicht einiger Experten noch besser...

Etwas anders beim echten Zimt oder Ceylon-Zimt. So wird die Innenrinde des in Sri Lanka heimischen Zimtbaums genannt. Ceylon-Zimt enthält - soweit bisher bekannt - nur wenig Cumarin und dafür viele gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe. Nicht umsonst setzt man ihn seit Jahrhunderten zu Würz- und Heilzwecken ein. Mittlerweile diskutiert man sogar seine Wirkung bei Menstruationsbeschwerden, in der Krebstherapie und in der Prävention von Diabetes.

Leider ist dieser echte Zimt teurer als Cassia-Zimt und wird daher in der Lebensmittel-Industrie seltener verwendet. Doch der Preis hat seinen Grund: Denn die  Gewinnung von echtem Zimt ist aufwendig. Nur alle 2 Jahre kann man von den Bäumen Schösslinge schneiden. Diese werden von ihrer Rinde befreit. Und nach Ablösen der äußeren Schichten wird die übrig gebliebene Innenrinde getrocknet und in Streifen geschnitten. So entstehen die gelbbraunen Zimtstangen mit ihrem unverwechselbar süßen und leicht »brennenden« Geschmack.

Also: Zimt muss nicht tabu sein, sondern ist weiterhin als „echter“ Zimt ein großer Heilsbringer. (Übrigens gibt es sogar Zimtkapseln ohne Cumarin!) Bei unbekannter Herkunft sollten Sie ihn aber nur in Maßen genießen! Und wenn möglich, entscheiden Sie sich für den echten, den Ceylon-Zimt. Denn für Zimt gilt die gleiche Regel wie für viele andere Gewürze bzw. Würzstoffe: In normalen Mengen wirken sie oft heilsam, in größeren können sie Ihrer Gesundheit schaden. Denken Sie nur an die Folgen von übermäßigem Zucker- oder Salzverzehr. Und 2 ganze Muskatnüsse beispielsweise können sogar tödlich wirken! Aber würden Sie deshalb auf ein wenig frisch geriebene Muskatnuss in Ihrem Weihnachtsgebäck verzichten?

Artikel eingestellt am: Mittwoch, 20. Dezember 2006

Author: Sindy Zimmermann

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